Demokratie ist kein Kreuz auf dem Wahlzettel.
Ein philosophischer Salon für alle, die selbst denken wollen.
Zum SalonIst Demokratie ein Kreuz auf dem Wahlzettel? Nein.
Eine Demokratie lebt ständig, jeden Tag – von den Menschen, die sie gestalten, und in den Menschen, die denken.
Wo also lernen wir eigentlich das demokratische Miteinander – das Zuhören, das Aushalten anderer Meinungen, das gemeinsame Ringen um eine Antwort?
Denn schauen wir uns ehrlich um: In unserer Demokratie gibt es erstaunlich wenig Demokratie. Schule und Uni sind nicht demokratisch, Wirtschaft ebenfalls nicht.
Unsere Welt liegt im Argen, das spüren die meisten von uns, auch ohne es auszusprechen. Aber Veränderung macht Angst, solange wir nicht wissen, wie das Andere aussehen könnte – und genau das verhindert, dass wir aktiv werden.
Wir sind nicht einfach träge, sondern uns fehlt die Vorstellung: was ist eine gute Welt?
Demokratie lebt nicht in Institutionen, sondern in den Menschen. In der Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden, sie zu prüfen, sie wieder infrage zu stellen. Das macht sie lebendig.
Sokrates auf dem Marktplatz von Athen
Vor 2500 Jahren stand Sokrates auf dem Marktplatz von Athen, weil er die Demokratie retten wollte – die erste der Welt. Sein Weg dahin war ungewöhnlich: Er wollte kein gut bezahltes Amt übernehmen, sondern durch Gespräche jeden Einzelnen tugendhafter machen. Denn eine Demokratie, so seine Überzeugung, ist nur so gut wie die Einzelnen, die sie gestalten.
Also befragte er sie. Alle. Vom berühmten Politiker bis zum Sklaven, denn in einer Demokratie soll jeder mitdenken. Er brachte die Menschen dazu, ihre eigenen Überzeugungen zu prüfen – Traditionen, alte Werte, die sie für selbstverständlich hielten. Gemeinsam mit ihnen wollte er herausfinden, was richtig ist – und was eine gute Demokratie ausmacht.
Vollständig war diese erste Demokratie nicht. Frauen zählten nicht als Bürgerinnen, Sklaven schon gar nicht. Es ist ein Widerspruch, der die Demokratie von Anfang an begleitet – und mit dem wir bis heute zu kämpfen haben. Frauen dürfen mittlerweile wählen, aber das kam spät, sehr spät, und gleichberechtigt sind sie noch immer nicht.
„In unserer Demokratie gibt es erstaunlich wenig Demokratie.“Jetzt Teil des Salons werden
Ein Raum jenseits der Institutionen
Der Begriff „philosophischer Salon“ kommt aus einer anderen Zeit. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert waren Salons Orte, an denen Menschen zusammenkamen, um zu denken, zu diskutieren, zu streiten – jenseits der Universitäten und offiziellen Institutionen.
Geführt wurden sie fast immer von Frauen. In Berlin waren es um 1800 vor allem jüdische Frauen wie Rahel Varnhagen und Henriette Herz, die in ihren Wohnungen einen Raum schufen, in dem sich Menschen begegneten, die sich sonst nie getroffen hätten: Adlige und Bürgerliche, Juden und Christen, Männer und Frauen. Hier ging es nicht um den sozialen Stand. In diesen Räumen wurden die Erwartungen der Gesellschaft grundsätzlich hinterfragt.
Das Konzept der philosophischen Salons im 19. Jahrhundert basierte auf der Idee des freien, zweckfreien und gesellschaftskritischen Gedankenaustauschs in einem privaten, informellen Rahmen. Sie fungierten als Brücke zwischen der gelehrten akademischen Welt und der gebildeten Gesellschaft.
Ehrlich gesagt: Diese Salons waren keine Orte für alle. Wer dort saß, gehörte einer gebildeten, oft wohlhabenden Schicht an. Genau das will ich anders machen.
Den Grundgedanken übernehme ich: einen gemeinsamen Raum, in dem wir denken und hinterfragen – ohne den akademischen Druck oder den Dünkel des Elfenbeinturms. Offen für kritische, unbequeme, nicht angepasste Gedanken. Was ich weglasse, ist die geschlossene Tür. Dieser Salon ist für alle geöffnet, die mitdenken wollen.
Ein Ort, an dem wir uns gemeinsam auf die Suche machen
Es ist wichtig zu verstehen, warum wir an diesem Punkt angekommen sind, warum wir diese Lebensverhältnisse entwickelt haben. Wenn man die Gründe versteht, kann man auch versuchen, die Umstände zu verändern.
- Wie wollen wir zusammenleben?
- Wie sähe eine Welt aus, die auch für kommende Generationen und für die Natur tragbar ist?
- Woran erkennen wir, ob etwas gerecht ist – und wer entscheidet das eigentlich?
Ein wichtiger Teil meiner Perspektive dabei ist Wirtschaftskritik und Religionskritik. Es geht um die unbewussten Strukturen, die unser Denken und Handeln bestimmen, ohne dass wir es merken – welche Systeme wir für alternativlos halten, obwohl sie es nicht sind, welche Überzeugungen wir übernommen haben, ohne sie je geprüft zu haben. Genau diese Muster wollen wir uns bewusst machen, und dafür ist die Philosophie das schärfste Werkzeug, das wir haben.
Und natürlich darf die Frage nicht fehlen: Was ist ein sinnvoller Feminismus? Was bedeutet das für Erziehung, für Pädagogik, für Partnerschaft, wenn wir patriarchale Strukturen nicht nur benennen, sondern tatsächlich durchbrechen und durch etwas Gleichberechtigtes ersetzen wollen?
Jeder von uns trägt Dinge in sich, die er für richtig hält – manchmal ganz sicher, manchmal nur als Ahnung. Genau das ist hier willkommen. Wir stellen zur Debatte, was wir denken, weil wir gemeinsam weiterkommen, wenn wir unsere Unsicherheiten nicht verstecken, sondern mitbringen.
Eigentlich sollten Demokratie und die Räume, in denen wir sie üben, für alle offen und kostenlos sein. Ich sehe das auch so. Aber auch ich muss von meiner Arbeit leben.
Der finanzielle Beitrag ist mein Weg, diesen Ort am Leben zu halten, ohne dass jemand anderes darüber bestimmt, was hier gedacht und gesagt werden darf.
Falls die Höhe des Preises für dich gerade eine Hürde ist, sprich mich an. Wir finden eine Lösung – hier soll niemand draußenbleiben, nur weil das Geld knapp ist.
Sarah Gebhardt
Ich freue mich auf dich und deine Gedanken – auf das, was du einbringst, und auf das, was daraus entsteht, wenn wir es gemeinsam denken. Klick dich rein, der Salon wartet auf dich.